Rückblick Adventskalender 2018

Es ist Samstag, der 22.12.18. Alle Fensterchen unseres Kalenders sind belegt. Ein wahrer Grund zur Freude.

Was in den letzten Kalendern seit 2010 noch nie vorkam: Ein Beitrag soll noch rein, obwohl alles belegt ist…. Die Gedanken der FOS 18 zu Weihnachten liegen nun als „Bonusmaterial“ vor.

Allen Beteiligten einzeln zu danken, ist unmöglich. Es sind unzählige. In diesem Jahr besonders ist jedoch, dass die Gestaltungstechnischen Assistenten besonders viel Energie hineingesteckt haben. Dafür hat Hartmut in der Medientechnik den Weg geebnet. Dadurch sind gute Ideen und Geschichten in besonders schöner Aufmachung multimedial entstanden. Andreas hat als Schulleiter, ganz nebenbei für die Veröffentlichung gesorgt.

Zu den einzelnen Fenstern:

1.12.: Der internetfähige Toaster, ist ein Beitrag aus der JVA, gelesen von einem Drucker- Auszubildenden der WLS. Schüler, die diesen Beitrag hörten, wunderten sich ein wenig: „So was gibt es schon?! Habe ich gar nicht mitbekommen.“ Keiner hielt es offensichtlich für ausgeschlossen…

2.12.: Der Beitrag „Wenn die Kälte den Druck des Wassers gefriert“ ist Ergebnis eines Schreibauftrages im BG12: Schreibe eine Geschichte, in der sich aus schwierigen Umständen ein positives Ende entwickelt. „Ich habe eine Idee.“, sagte Alex und war für 90 Minuten in die Erstellung seiner Geschichte versunken. Schon einen Tag später lag sein fertiges Fenster im E- Mail Postkasten für den Kalender: gelesen, gefilmt und bearbeitet. Auch einige andere unveröffentlichte Beiträge liegen vor. Diese finden sicher ihren Weg in den nächsten Kalender.

3.12.: Flucht- Ein Hörstück aus dem BG12. Beim Thema Flucht und Vertreibung geht es heute in den Medien nur noch um sogenannte Anker- Zentren, Obergrenzen oder den Flüchtlingspakt. Nachdem Auszubildende einer Metallbauer Klasse den Beitrag gehört haben, erzählt Erfan von seiner Fahrt im Schlauchboot bei Nacht über das Mittelmeer. Eine Frau hat dabei ihr Kleinkind verloren.

4.12.: Auch „Tannengeflüster“ ist im BG12 entstanden. Das Gedicht von James Krüss, gelesen und bearbeitet von den Mediengestaltern, verbreitet einfach nur angenehme weihnachtliche Stimmung.

5.12.: Die Geschichte entstand in der BFS-O, geschrieben von Lina, gelesen von Clinton und bearbeitet von den GTA-O, handelt sie von einer wahren Begebenheit in Kanada. Ein „Firefighter“ hat sie Lina im Chat mitgeteilt.

6.12.: „Harmonie“ heißt das Musikstück von Alex, von dem auch das zweite Fenster ist. Er produziert und veröffentlicht Musik unter „ALEIZ“. Ihm gelingt es auf ganz besondere Weise, das Suchen nach Harmonie und Sinn im Leben, in Worte und Musik zu fassen.

7.12.: Dieses ist wohl das traurigste Fenster im Kalender. Das Happy End fehlt. Die Geschichte stammt von einer Schülerin, die die BFS besuchte. Ihre Familie stammt aus dem Kosovo. Der Beitrag enthält vermutlich autobiographische Elemente. Wünschen wir den Personen, um die es geht, alles Gute und frohe Weihnachten!

8.12.: Die Idee zu „Jingle Bells“ entstand während einer Probe für eine Weihnachtsfeier. Schräge Töne hört nur ein echter „Grinch“. (oder jemand, der eben gut hört;)) Fadi aus der GTAO hat das Video bearbeitet. Er sagte danach, dass er auch Musik spielt. Seinen Beitrag hören wir am 16.12.

9.12.: Was man schaffen kann, wenn man sich wirklich bemüht, war eine Frage im Religionsunterricht. Für Hans aus der BFS war es das Fahren mit dem Fahrrad auf dem Hinterrad. Nach langem Üben beherrscht er es mittlerweile auch einhändig. Der Beitrag mit dem Motorrad ist eine Weiterentwicklung, vermutlich aus der KFZ- Abteilung. Bitte auf keinen Fall nachmachen!

10.12.: Der Krach beim „Zurechtdengeln“ eines Blechbehälters in der Metallwerkstatt inspirierte zu diesem Stück. Aufgenommen wurde es mit dem Handy. Das Amboss- Solo erfordert genaues Hinhören. Danke an die BFS, die es mit Probe in nur 10 Minuten einspielte. Danke an die GTAO, die sehr schnell ein passendes Bild dazu erschuf.

11.12.: Andreas, der die Fenster des Adventkalenders verwaltet, fuhr für einige Tage nach Benin in Afrika. „Bring´ etwas für den Kalender mit!“ war der Wunsch. Weihnachtliche Eindrücke aus einem kleinen Land in Afrika waren die Antwort. Der Beitrag war fast schneller in Neumünster, als Andreas es war.

12.12.: Enrico heißt ein lebhafter Schüler, der die BFS besuchte. Wer ihn kennt, kann sich vorstellen, wie er und sein Freund einen Weihnachtsmann „vermöbeln“, der ihnen ein I- Phone 9 XL in rosé gold schenken will. Die Mutter freut sich später jedoch darüber, sogar so sehr, dass sie wegen der Rentiere im Garten nicht weiter nachfragt. Eine nicht ganz ernste Geschichte.

13.12.: Mohammed aus der BFS schrieb diese Geschichte von zarter Liebe und vorsichtigem Erfolg eines Jungen aus dem Kosovo, der ein Leben in Deutschland beginnt. Mohammed stammt aus Syrien, lernt mittlerweile „Zerspaner“ und saugt alles regelrecht auf, was er neu lernen kann.

14.12.: Auch das Hörspiel von den Kindern beim Bau eines Schneemannes stammt aus dem BG12. Hannah, die die Mutter spricht, kann sich lange nur schwer mit dem Klang ihrer Stimme anfreunden.

15.12.: „Wie die Sonne, der Mond und die Sterne entstanden“ ist ein philippinischer Mythos, den Ina bearbeitet hat.

16.12.: Fadi aus der GTAO spielt in einer Itzehoer Rockband Geige. Sein Beitrag am 16.12. ist ruhig und ein wenig melancholisch.

17.12.: Denglisch nennt man das Vermischen von Deutsch und Englisch. Das Gedicht im Fenster beherrscht diese hohe Kunst virtuos.

18.12.: Ein Mädchen macht sich nachts, ein wenig betrunken und alleine auf den Weg vom Club „Orange Blue“ nach Einfeld. Dass diese Geschichte gut ausgeht, ist aufgeschlossenen, freundlichen jungen Leuten zu verdanken. Andy aus der BFS hat diese Geschichte geschrieben und gelesen. Er ist der Prototyp freundlicher, aufgeschlossener Menschen. Alles Gute!

19.12.: Mit „Ali, the film“ gewannen die GTA 2015 den ersten Preis in einem Wettbewerb gegen Rassismus und Vorurteile. Das Thema bleibt auch 2018 aktuell. Deshalb die Wiederholung in diesem Jahr.

20.12.: Anne besuchte 2016 die BOS an der WLS. Als einzige Frau besuchte die gelernte Augenoptikerin („Brille? –„ <Sie wissen schon…>) den Technikkurs. Da sie „platt“ spricht, war die Bitte um einen plattdeutschen Beitrag für den Kalender naheliegend. Weihnachten 2017 In Australien erinnerte sie sich an diesen Wunsch. Ein plattdeutsches Gedicht schickte sie uns aus dem 35°C warmen Wärme ins kühle Neumünster. Dabei offenbarte sich bei genauem Hinsehen, eine eigene kleine Weihnachtsgeschichte. Berufliche Bildung, Ehrgeiz, Glück und die richtigen Leute spielen darin tragende Rollen.

21.12.: „Kekse backen mit der BOS“ liefert ein wunderschön gefilmtes Backrezept. Die Küche der Deutschlehrerin Ines liefert dafür die Kulisse.

22.12.: Die neuen Roboter werden immer besser in den Unterricht integriert. Der Mechatronikkurs des BG13 schreibt bald die Abitur- Prüfungen. Einen Adventsgruß mit Robotern in weihnachtlichem Licht, schickt er uns dennoch in diesem Jahr.

23.12.: Auch die neu eingerichteten Physikalisch Technischen Assistenten (PHYTA) Lasertechnik sind fester Bestandteil der WLS. Mit (nur) 40 Watt brennt ein Laserstrahl ein weihnachtliches Logo in Sperrholz.

24.12.: Lernen bedeutet nicht, in einer schmutzigen, anonymen Fabrik Wissen in leere Behälter zu füllen. Damit Lernen wirklich gelingen kann, bedarf es vieler Mitwirkender. Nur in einer positiven Umgebung können sich Schülerinnen und Schüler entwickeln. Um das zu gewährleisten, arbeiten viele Menschen -oft im Verborgenen- an der WLS mit. Einige formulieren am 24.12. ihre eigenen Wünsche und auch die für die Besucher des Kalenders.

Wem hilft eigentlich Weihnachten?

Schülerinnen und Schüler im Regionsunterricht diskutierten diese Frage. In einer Umfrage freuten sich fast alle auf schöne Stunden im Kreis von Familie und Freunden. Zunehmende Individualisierung, Mobilität und fehlende Gemeinschaft bestärken dieses Verlangen. Die jährlich sich wiederholenden Sorgen um ein perfektes Weihnachtsessen, oder Opas immer wiederkehrenden alten Geschichten, trüben diese Freude nicht. Manche Schülerinnen oder Schüler konnten sich jedoch nicht auf Weihnachten freuen. Sinnverlust im Konsumrausch, zerstrittene Familien, fehlende Freunde, mangelnde Lebensperspektiven spielen u. a. eine Rolle. Diese Probleme werden an Weihnachten oftmals besonders deutlich.
Die Geburt von Jesus ist der Kern der Handlung in der biblischen Weihnachtsgeschichte. Diese Handlung spielt inmitten von Not und Verzweiflung. Die Weltmacht Rom verlangt, dass sich unzählige Menschen auf den Weg machen müssen. Ein müdes, hungriges und obdachloses Paar findet dabei Unterschlupf in einem Stall. Ihr Kind wird geboren. Es ist nicht der damals erwartete Retter, der mit übernatürlichen Kräften alle Missstände der Welt hinwegfegt. Arm und ungeliebt sind die Hirten, denen ein Engel erscheint. Klein und unschuldig ist das Kind in der Krippe. Arm und machtlos ist der spätere Zimmermann, dessen Leben und dessen Ideen die Menschen bis heute faszinieren. Klein, arm und machtlos sind die Menschen, denen die Weihnachtsgeschichte also bis heute gilt. Ihnen soll es besser gehen. Darauf hoffen Menschen, denen Weihnachten etwas bedeutet. Daran arbeiten sie.

Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr!

Bernd Galle
für alle Beteiligten am Online Adventskalender 2018 der WLS

 
 
 

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