OTTER+ 2014 bis 2016 (Erasmus+) Viborg

Das EU-Team der WLS war vom 15. bis zum 16. September in Viborg, zum Antrittsbesuch an der Schule Mercantec, welche nun eine weitere Partnerschule geworden ist. Das Team bestand aus Herrn Runow, dem Schulleiter der WLS, Frau Zölitz sowie Frau Wichura und den Herren Skorsch, Buchweitz und Sachse. Somit waren alle Fachleute für die Technik und Sprache beisammen. Kutschiert wurde das Team im RBZ eigenen Bus von Frau Wichura.

Im Vordergrund stand zunächst einmal das Kennenlernen der Schule und der Kolleginnen und Kollegen, insbesondere derer, die am Austausch beteiligt sind. Auch konnten während einer Betriebsbesichtigung erste Kontakte zum Stammsitz der Firma Grundfos geknüpft werden.
Frau Hanne Meldgaard, die dortige Projektkoordinatorin hat das Treffen perfekt organisiert und dafür gesorgt, dass die beiden sehr interessanten und informativen Tage wie im Flug vergingen. Die WLS wird in den kommenden zwei Jahren (Zeitraum von 2014 bis 2016) zehn Schülerinnen und Schüler nach Viborg entsenden sowie die gleiche Zahl an dänischen Schülerinnen und Schülern aufnehmen.

Aufgefallen ist dem Team der WLS der offene Unterricht und die sehr großzügige Ausstattung. Die weitflächige Ausdehnung der Schulstandorte, insbesondere im Bereich der Bautechnik, des Straßenbaus und der Garten- und Landschaftsgestaltung, waren ebenso beeindruckend. Die Ergebnisse waren so erfreulich, dass die WLS das Projekt ggf. auch auf die Bau-Abteilung ausweiten möchte.

OTTER 2012 bis 2014 (Leonardo da Vinci) Tarnów und Koszalin

Der Einsatz der Schülerinnen und Schüler in den Unternehmen des Gastlandes erfolgte für eine Dauer von drei Wochen. Die Tätigkeitsschwerpunkte lagen im Bereich der Metall- und Elektrotechnik.
Je nach Ausbildungsberuf arbeiteten die 18 Schülerinnen und Schüler in Betrieben bzw. Betriebsbereichen mit metall- respektive elektrotechnischem Schwerpunkt. Zunächst einmal haben die polnischen Gastschulen im Umgang mit den Schülerinnen und Schüler einen Einblick in deren duale Ausbildung bekommen. Nach Rückmeldung der Firmen haben auch diese einen guten Eindruck über die Organisation sowie die Inhalte der Ausbildung in Deutschland erhalten. Im Feedback wurde oft erwähnt, dass die Auszubildenden sehr interessiert, zuverlässig und handwerklich geschickt waren.

Die Schule, die betreuenden Lehrkräfte sowie die Schülerinnen und Schüler haben einen sehr guten Eindruck über die polnische Jugendkultur erhalten. Dieser Eindruck wurde bereits in Deutschland, als die polnischen Auszubildenden zu Gast waren, durch einen engen Kontakt mit unseren Auszubildenden eingeleitet. Ebenfalls förderlich war, dass die polnischen Schüler gemeinsam mit den deutschen Auszubildenden das Praktikum durchgeführt haben. So wurden für den Besuch in Polen Kontakte geknüpft und sich ausgetauscht. Die Schülerinnen und Schüler waren nach eigener Aussage gezwungen, ihre Englischkenntnisse zu reaktivieren und einzusetzen, insbesondere in den betrieblichen technischen Abläufen und bei der Organisation ihres Aufenthaltes. Darüber hinaus bestand ein vermehrtes Interesse grundlegendes Vokabular der Landessprache zu erlernen und anzuwenden. Die Motivation hierzu wurde bereits in den Vorbereitungen in Deutschland gelegt, zu der auch die polnischen und französischen Austauschschüler zusammen mit ihren Lehrern eingeladen waren. Bereits nach drei Jahren sind nachhaltige Freundschaften entstanden, die den Austausch auf der kollegialen Ebene erleichtern. Es kommt zum steten Abgleich der Prozesse, einer effektiven Organisation und Koordination, gegenseitigem Lernen, Austausch von Curricula, Austausch über die Gestaltung von Fachräumen und -laboren.

Auf Seiten der Schülerinnen und Schüler ist eine erhöhte Bereitschaft zur Arbeit im europäischen Ausland zu verzeichnen, eine Bereitschaft zur Mobilität!

Während des Aufenthaltes der polnischen und französischen Schülerinnen und Schüler, fand ein dreiwöchiger interkultureller Austausch mit bzw. für die deutschen Schülerinnen und Schüler statt. Dieser wurde in gemeinsamen Veranstaltungen an den Wochenenden noch gezielt gepflegt. Hierzu gehörten Sprachvorbereitungen, Länderpräsentationen, Sportwettbewerbe, Städte- Firmenbesichtigungen, Kochabende etc. In Polen wurde dieser Prozedere übernommen und fortgesetzt.

OTTER 2011 bis 2012 (Leonardo da Vinci)

Es ist kalt, windig und es schneit. Der 17 jährige Franzose Guillaume Godard kämpft sich mit seinem Leihfahrrad durch den Schnee. Er ist auf dem Weg zur Firma Schuhknecht, wo er ein zweiwöchiges Praktikum ableistet.


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Trotz großer sprachlicher Barrieren hat er in dieser Woche bei der Fa. Schuhknecht erstmals an einer Fräsmaschine gearbeitet – und irgendwie hat es bisher immer geklappt mit ein wenig Englisch und mit Händen und Füßen. Sicherlich fragt sich Guillaume in einem solchen Moment, warum er sich das hier antut. Es geht letztendlich um Auslandserfahrungen für Auszubildende. Aus diesem Grund hat sich Guillaume ebenso sowie fünf weitere französische und sechs polnische Praktikanten für das Projekt „Otter“ in Neumünster beworben. „Otter“ steht für den komplizierten Namen „Experience Occupational-Techno-Trends in Europe” und wird im Rahmen der Leonardo da Vinci Initiative von der EU gefördert. „Otter“ an der Walther-Lehmkuhl-Schule ermöglicht im Gegenzug unseren Schülern aus dem Elektro- und Metallbereich ein dreiwöchiges Praktikum in Les Herbiers (Frankreich), in Koszalin oder in Tarnów (Polen).

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Da die Gestaltung des Praktikums in den Händen der Gastgeber liegt, sehen die Programme vor Ort sehr unterschiedlich aus, sie sind aber grundsätzlich berufsbezogen. Da kann es auch schon vorkommen, dass deutsche Auszubildende in einer Großbäckerei, in einer Entenschlachterei oder in einer Fensterfabrik eingesetzt werden.

 

Man spricht überwiegend Englisch, manchmal aber auch Französisch, wohnt im Internat oder in einer Ferienwohnung, geht zu Fuß oder fährt mit dem Fahrrad oder dem Auto zur Arbeit. Auch die Rolle der jeweiligen Berufsschule ist je nach Gastland sehr unterschiedlich.

Hier in Neumünster besuchen uns unsere Gäste meist kurz vor den Osterferien und wohnen im Kiek In!. Die drei Wochen Aufenthalt an der Schwale teilten sich bisher auf in zwei Wochen Betrieb und einer Woche Projektarbeit an der WLS. Gemeinsame Ausflüge nach Kiel oder Hamburg gehören ebenso zum Programm wie ein gemeinsames „Vorbereitungsseminar“.

Natürlich läuft auch für unsere Schüler im Ausland nicht alles rund. Der Einsatz in den Betrieben, die Sprache, das Essen oder die Unterkunft verlangen manchmal „ganz schön was von einem ab“. Aber auch das gehört nun einmal zum Programm. So ging es wohl auch Guillaume an diesem schneereichen Spätwintertag, mitten im März. Im Nachhinein hat Guillaume an diesem Tag eine Erfahrung gemacht, an die er sich noch lange erinnern wird. Auf jeden Fall hat er viel zu erzählen, zurück in Les Herbiers, einem kleinen Ort nahe Nantes in Frankreich.

 
 
 

Anschrift

Walther-Lehmkuhl-Schule
Regionales Berufsbildungszentrum
der Stadt Neumünster AöR
Roonstraße 90
24537 Neumünster