Schüler des 13. Jahrgangs der Walther-Lehmkuhl-Schule "üben" sich auf internationalem Parkett

 - Ein Bericht von Erik Sachse (mit Zitaten von Kai Henne) -

Einmal die Geschicke der großen Weltpolitik lenken und sich wie Politiker, Diplomaten und internationale Akteure fühlen - dieses konnten die Schülerinnen und Schüler des 13. Jahrgangs der Walther-Lehmkuhl-Schule vom 29. bis zum 31. Oktober 2012 im Rahmen des Planspiels POL&IS - Politik und Internationale Sicherheit.

Im Rahmen dieses Planspiels mussten die Schülerinnen und Schüler jeweils als Delegierte der Vereinten Nationen (UN) "ihr" Land vertreten. Hinzu kamen die Rollen weiterer Akteure, wie der Weltbank, dem UN-Generalsekretär etc. Jeder Schüler musste in seiner Rolle debattieren, argumentieren und Reden halten, um somit möglichst viele Punkte für sein Land zu erzielen.

Vorbereitet wurde dieses Planspiel von den beiden Jugendoffizieren der Bundeswehr, Frau Caroline Krüger (Kapitänleutnant) und Frau Susanne Müller (Hauptmann). Bereits im Vorwege wurden die Schüler in der Mehrzweckhalle der Walther-Lehmkuhl-Schule über das Planspiel, dessen Ausrichtung und Ziele, durch die beiden "Damen von der Bundeswehr" informiert. Den Schülern wurde ein kurzer Überblick über die UN, den Aufbau und die einzelnen Organe der Vereinten Nationen gegeben und die Simulation erläutert.

Das Planspiel selber, das Lernen an einem anderen Ort, fand in einer Kaserne, in einem Offiziersheim in Putlos, im Kreis Ostholstein statt. Die Anreise hierhin unternahmen die Schülerinnen und Schüler mit einem Diplomaten-Bus mit "Y-Kennzeichen", bequem, direkt von der Schule aus.

Die Einblicke in das Arbeitsleben eines UN-Delegierten bzw. die unterschiedlichen Gremien und Akteure bezogen sich vor allem auf die Vermittlung von Sachkenntnissen im Bereich internationaler Beziehungen, geostrategischer Kräfteverhältnisse, Konfliktlösungsmechanismen sowie dem Konstrukt der vernetzten Sicherheit. Durch die Rollenübernahme politischer Entscheidungsträger, eigenverantwortliche Konzeptionen (u. a. ressortbezogener Grundsatzprogramme auf nationaler Ebene sowie Kooperations-, Bündnis- und Handelsverträge auf zwischenstaatlicher Ebene) wurde die Simulation für die Schülerinnen und Schüler "real" und internationale Politik und Entscheidungsprozesse "erlebbar".

Hinzu kamen die in der heutigen Berufs- und Arbeitswelt unentbehrlichen Schlüsselkompetenzen durch das Erleben von gruppendynamischen Prozessen im Team (Konflikte, Macht, Rollenerwartungen, Normen, Über-/ Unterordnung, Entscheidungs- & Kooperationsbarrieren, Vertrauen) und das Einüben argumentativer Rhetorik sowie kreativer Gestaltung bei Vorträgen, Verhandlungen, Präsentationen, Gesprächen und Diskussionen.

Diese Kompetenzen können die Schülerinnen und Schüler durch die von den Jugendoffizieren ausgestellten und in der W-L-S durch Herrn Neuwerk (Abteilungsleiter des Beruflichen Gymnasiums) und Herrn Sachse (stv. Schulleiter) überreichten Zertifikaten nachweisen.

POL&IS 2012

Der "Un-Generalsekretär", Herr Kai Henne, hat im Nachhinein die Aufgabe der Rückmeldung von Seiten Schülerinnen und Schüler übernommen. Hierbei wurde die große Zufriedenheit deutlich: „Zu Beginn sei gleich gesagt, dass jeder von uns mit einem positiven Gefühl aus Putlos zurück kam. Es besteht kein Zweifel, dass die gewonnenen Erfahrungen eine Bereicherung darstellen.”

Die sehr gute Organisation des Lernens an einem anderen Ort wurde ebenso wertgeschätzt: „(Wir) waren (…) uns einig, dass das Planspiel durch seine gute Organisation durch die Jugendoffiziere ein hohes Maß an Qualität besaß, da von der Durchführung des Spiels über die Verpflegung bis hin zur Unterkunft alles stimmte.” Die Unterkunft für die drei Tage sowie die Vollverpflegung (über den gesamten Tag hinweg, auch während der selbstbestimmten Pausen) kostete übrigens jeden Schüler nur 30,- €!

Der Abgleich mit der Realität wurde ebenfalls reflektiert: „Den gewissen Reiz wies das Pol&IS- Planspiel (…) auf, indem die aufgestellte Planung immer wieder durch wirtschaftliche, politische oder umweltbedingte Einwirkungen variabel und somit anders als angenommen ausfallen konnte.”

Der abschließende Dank der Schülerinnen und Schüler verstärkt noch einmal die positiven fachlichen aber auch sozial-emotionalen Erfahrungen: „In diesem Sinne geht mein und unser Dank noch einmal an die Jugendoffiziere der Bundeswehr, welche uns mit offenen Armen empfangen haben und sich selbst in den problematischen Phasen auch von Konflikten nicht in ihrer Rolle beirren ließen.”

Vor dem Hintergrund dieser positiven Erfahrungen ist es angedacht, in Absprache mit den genannten Jugendoffizieren der Bundeswehr, bereits nach den Sommerferien eine erneute "POL&IS – Runde" zu starten.

 
 
 

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